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Schiessen

Schiessen

Schiessen respektive der Gebrauch von Schusswaffen ist heute ein Sport (sogar olympisch), auch wenn es ursprünglich einen rein militärischen Hintergrund hat. Die Verbreitung von Schusswaffen in Europa ist seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert, auch wenn die Erfindung des Schwarzpulvers (15% Holzkohle, 75% Salpeter/Kaliumnitrat, 10% Schwefel) noch weiter bis ins 11 Jahrhundert nach China zurück geht. Für das Schiessen ist der Einklang von Körper (statischer Aufbau und Körperbeherrschung) und Geist (innere Ruhe und Kontrolle von äusseren Einflüssen) wichtig. Natürlich stellen sich Fragen zu Moral und Ethik bezüglich des Schiessens, doch Schiessen ist eine alte Tradition, wo die Verinnerlichung von geistigen und motorischen Abläufen im Fordergrund stehen, also die körperliche Auseinandersetzung mit der Waffe und die immer währende geistige Auseinandersetzung mit sich selbst.

Technik

Beim sportliche Schiessen wird auf Scheiben oder andere fixe oder bewegliche Ziele geschossen, mit der Pistole auf 10m bis maximal 100m, mit Standard-Gewehren auf bis zu 300m oder mit Scharfschützengewehren auch auf lange Distanzen (long-range) ab 300m. Die Ziele sind Scheiben welche in Ringe unterteilt werden, normalerweise 5 oder 10 Stück, für die militärische Anwendung werden auch Silhouetten von Menschen/Oberkörpern verwendet. Inzwischen werden elektronische Messverfahren verwendet, welche mit Infrarot-Lichtschranken ein feines Netz bilden, das den Durchtritt eines Geschosses mit hoher Auflösung und Genauigkeit bestimmt. Diese Messung ist deutlich präziser, als sich eine herkömmliche Papierscheibe drucken lässt und ist zudem unabhängig vom Wetter. Pistolen schiessen oft mit Patronen vom Kaliber 9mm (9x19), Revolver und Gewehre benutzen meist grössere Patronen. Eine Kugel aus einer 9mm fliegt etwa 3,5 bis 4 km weit, effektiv kann bis 1 km lethaler Schaden angerichtet werden.

Zitate

Nicht Waffen töten Menschen, Menschen töten Menschen. (Unbekannt)
Oft schiessen trifft das Ziel. (Unbekannt)
Eine Waffe ist ein Feind, selbst für ihren Besitzer. (Türkei)
Wer auf den Krieg vorbereitet ist, kann den Frieden am besten wahren. (George Washington)

IndianZ

Als kleiner Junge durfte ich schon Luftgewehr schiessen, danach konnte ich als Jungschütze mit dem Sturmgewehr 90 der Schweizerarmee erstmals Erfahrung sammeln. Dieses Wissen wurde während meines obligatorischen Militärdienstes vertieft (Schweizer müssen während der Aktivzeit im Militär mindestens einmal im Jahr schiessen und eine Mindestanzahl von Punkten erreichen). Inzwischen besitze ich eine SIG SPC2022 und gehe regelmässig damit aber mit auch anderen Waffen schiessen. Zudem habe ich 2 Tage IPSC-Basis-Kurs absolviert und die schriftliche und praktische Prüfung dazu bestanden. Inzwischen konnte ich ebenfall einen eintägigen IPSC-Level-II-Kurs sowie einen eintägigen Tactical-Handgun-Kurs besuchen, alle Kurse wurden durch bettershooting.ch durchgeführt. Und ich bin seit kurzem Mitglied im Practical Pistol Shooting Club Muri (ppc-muri.ch) mit mehreren Übungen pro Monat.

Gesetz

Die Schweizer Waffengesetze gelten weltweit als ziemlich liberal, dies vor allem wegen dem Miliz-System der Armee. Jungschützen dürfen schon ab 15 Jahren (limitiert bis 20 Jahre) schiessen, normale Schusswaffen dürfen ab 18 Jahren benutzt werden. Sportliches Schiessen mit Militärwaffen (Ordonnanzwaffen) ist in der Schweiz sehr verbreitet, unter gewissen Auflagen kann jeder Schweizer Bürger eine Ordonnanzwaffe als Leihwaffe beantragen oder seine Waffe am Ende der Wehrpflicht behalten. Von der Schweizer Regierung wurde ein Verbot bezüglich Besitz und Gebrauch von Waffen für Angehörige bestimmter Staaten ausgesprochen: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Türkei, Sri Lanka, Algerien und Albanien. Die Beschaffung von Waffen (Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete und Gebrauchsleihe) und Waffenbestandteile (Verschluss, Griff, Lauf, etc.) in der Schweiz muss von der Polizeit bewilligt werden (WES = Waffen Erwerbs Schein), dabei werden der Waffenverkäufer, der Waffenbesitzer und ihre Waffen registriert. Mit dem WES werden Prüfungen zur Person durchgeführt, wie Strafregisterauszug, Anfrage bei der KESB und der Wohngemeinde. Die Waffe darf von Sportschützen auf direktem Weg in die Schiessanlage transportiert werden, dabei muss Munition und Waffe separat gehalten werden. Ein Transport der Waffe (ohne Munition!) ist auch zu Ansichtszwecken erlaubt. Das öffentliche Tragen von Waffen ist streng limitiert (Polizei, Privatdetektive, Militär) und ebenfalls bewilligungspflichtig (WTS = Waffen Trag Schein). Auch die Verwendung von Waffen zur Jagd ist geregelt und limitiert, ausserdem müssen die Jagdgesetze respektiert werden (Schonzeiten, Schongebiete, Kaliber, etc). Die Aufbewahrung der Waffe und etwaiger Munition zuhause muss ebenfalls getrennt und sicher (unter Verschluss) erfolgen, nur autorisierte Personen dürfen darauf Zugriff haben. Munition kann in Schiessanlagen und Waffengeschäften erworben werden, dabei wird oft ein Strafregisterauszug verlangt.

Sicherheit

Die wichtigsten 4 Regeln im Umgang mit Waffen, erst ein Bruch von zwei der vier Regeln führt zu einem Unfall:
1. Eine Waffe ist immer als geladen zu betrachten: Jede Waffe die man in die Hände nimmt muss zuerst entladen werden, und auch danach soll sie immer wie geladen behandelt werden. Schiessunfälle passieren immer mit "ungeladenen" Waffen.
2. Die Waffe wird nie auf etwas gerichtet das man nicht zerstören will: Die Mündung hat immer auf den Zielhang oder in eine sichere Richtung zu zeigen. Sie darf nie in eine unsichere Richtung oder auf einen Körper zeigen (auch nicht den eigenen!).
3. Solange das Visier nicht auf das Ziel zeigt ist der Zeigefinger gestreckt: Der Zeigefinger liegt bei sämtlichen Manipulationen, ausser bei der Zielakquisition und der Schussabgabe, immer ausserhalb des Abzugsbügels (parallel zum Lauf am Schlitten).
4. Sich seines Zieles sicher sein: Das Ziel sowie der Hinter- und Vordergrund müssen, bevor es beschossen wird, in jedem Fall eindeutig identifiziert werden.
Weitere Sicherheitsbestimmungen:
5. Regel für taktisches Schiessen: Solange die Waffe nicht mehr auf ein Ziel zeigt, wird sie gesichert oder entspannt.
Es gelten alle einschlägigen Gesetze sowie Verordnungen des jeweiligen Landes und deren zuständigen Behörden.
Jeder Schütze ist persönlich verantwortlich für sein Verhalten, seine Waffen und die verwendete Munition.
Eine Waffe in der Hand darf nie in eine Richtung zeigen, welche bei einer unbeabsichtigen Schussabgabe zur Gefährdung von Personen oder der Umgebung (Überschiessen des Kugelfanges) führen könnte.
Eine geholsterte Waffe darf beim stehenden Schützen nicht ausserhalb eines Kreises vom Radius 1 Meter um dessen Fusspunkt gegen den Boden zeigen.
Ein Holster muss die Waffe so festhalten, dass sie unter keinen Umständen unbeabsichtigt herausfallen kann.
Das Tragen einer Schutzbrille und eines Gehörschutzes ist für den Schützen sowie für alle in der Nähe befindlichen Personen obligatorisch.
Alle lokalen Bestimmungen der jeweiligen Schiessclubs oder -anlagen müssen befolgt werden (Fummelzonen, Sicherheitswinkel, Kugelfang).

Waffenwahl

Die Waffe sollte dem Zweck angepasst sein, verdecktes Tragen (in der Schweiz nur mit Bewilligung) = kleine handliche Waffe, Präzisionsschiessen = langer Lauf. Dann zur Frage Pistole oder Revolver - Revolver ist gleich einsatzbereit (Selbstverteidigung), hat aber nur 6 Patronen, Pistole muss normalerweise erst geladen (Ladebewegung) und entsichert werden, hat aber mehr Patronenkapazität (meist 15 oder mehr). Bei Revolver kann ein Speedloader in Betracht gezogen werden. Wichtig ist, dass die Waffe gut in der Hand liegt (Griff und Gewicht), also verschiedene Hersteller ausprobieren (zum Beispiel leihweise). Und unbedingt oft trocken hantieren/manipulieren und auch scharf Schiessen (mindestens 5000 Schuss) mit der Waffe, so dass man sich an sie gewöhnt und weiss, wie sie sich verhält.

Präzision

Dominantes Auge: Mit Daumen und Zeigefinger beider Hände bei gestreckten Armen ein Dreieck formen, mit beiden Augen offen auf ein Ziel schauen, dann abwechselnd linkes und rechtes Auge schliessen, dort wo das Ziel im Zentrum bleibt ist das dominante Auge. Mit dominatem Auge anvisieren oder noch besser beide Augen offen lassen, dann kann für längere Zeit entspannt gezielt werden.
Spezialfall: Wenn dominates Auge und Abzugshand nicht auf der gleichen Seite sind, Waffe mittig vor den Körper halten und dominantes Auge mit Waffe in der dominanten Hand auf eine Linie zum Ziel ausrichten.
Abzugshand: Rechtshänder nehmen rechts, Linkshänder entsprechend links.
1. Grip (der richtige Griff): Der Arm mit der Abzugshand (30% der Kraft) ist recht entspannt, die Haltehand zieht die Waffe zum Körper zur Stabilisierung (70% der Kraft). Darauf achten, dass der Beavertail gerade zwischen Daumen und Zeigefinger der Abzugshand zu liegen kommt und dass beide Hände satt am Griff ruhen. Haltehand kommt immer von unten und sollte zudem um 45° nach vorne abgeknickt werden. Daumen nach oben aber nicht kreuzen oder übereinander halten.
2. Position (die richtige Haltung): Entspannter Stand, eventuell leicht seitlich, je nach Aufgabe. Grundsatz: Kopf vor Brust vor Hüfte, Hüfte zeigt immer zum Ziel
3. Aiming (das Zielen über Kimme und Korn): Fleckzielen bringt Mitte des Ziels mit Kimme und Korn in Übereinstimmung, Waffe/Visier nicht verkanten, Blickfokus ist auf Kimme (Korn und Ziel eher unscharf).
4. Breath control (die Atemkontrolle): Einatmen, ausatmen, einatmen, halb ausatmen, Atem anhalten, dann am besten zwischen zwei Herzschlägen schiessen.
5. Trigger squezze (Ziehen des Abzuges): Zeigefinger mittig mit dem ersten Glied des Fingers auf den Abzug legen, langsam bis zum Druckpunkt ziehen, innehalten, sanft über Druckpunkt gehen, nur bis Druckpunkt-Klick spürbar zurück bewegen für allfällige erneute Schussabgabe.
Abriss: Ungenaue Schüsse passieren oft durch ein Abreissen (unsanftes ruckartiges Abziehen), dabei verkantet die Waffe und der Schuss landet nicht im Ziel.

Abzug

Das Betätigen des Abzugs gehört zu den entscheidenen Faktoren für einen sauberen Treffer. Der Abzugswiderstand sollte bis auf 90% gebracht werden und die letzten 10% so sanft und gleichmässig wie möglich betätigt werden. Für einen schnellen zweiten Schuss (Doublette) den Reset einleiten und wenn das Visier nach dem Hochgehen des ersten Schusses wieder im Ziel ist zweiten Schuss auslösen.
Abzug

Zielbild

Zielscheibe, Korn und Kimme sollten von 3 bis 25 m wie folgt übereinstimmen.
Zielbild

Zielscheibe, Korn und Kimme sollten für 100 m wie folgt übereinstimmen.
Zielbild

Korrekturen nach Schussbild

Aufgrund des Schussbildes kann abgeschätzt werden, was die jeweiligen Fehlerquellen sein könnten.
Schussbildkorrekturen

Treffer

Streukreis: Der Streukreis bezeichnet die Verteilung der Treffer auf der Scheibe, je kleiner Streukreis (je näher alle Schüsse beieinander) desto besser, gemesssen wird die Distanz in cm von den beiden am weitesten entfernten Einschusslöchern (ein offensichtlicher Ausreiser wird nicht gewertet), immer in der Mitte des Einschusslochs messen, Faustregel pro Meter Distanz ein cm Streukreis (wobei ab 15 m Distanz dann vermutlich keine guten Treffer mehr dabei sind)
Treffpunklage: 5 Schüsse auf Scheibe schiessen, von links den dritten Schuss mit einer senkrechten Linie markieren, dann von oben den dritten Schuss mit einer waagrechten Linie ziehen, idealerweise deckungsgleich mit Haltepunkt (wohin gezielt wird)

Action

Double Action = 3-6 kg, Spannen des Hammers
Single Action = 1-2 kg, vorgespannter Hammer
Safe Action = gleichbleibende Abzugsysteme (Striker-Systeme wie Glock)

Ladehemmungs-Drills

Störungen: Zufuhrstörungen (failure to feed, double feed), Ausziehstörungen (failure to eject, stove pipe), Zündstörungen (failure to ignite) und Waffenstörungen (weapon failure).
Als erstes Sichtkontrolle: Waffe zur Brust zurücknehmen und anschauen (zum Beispiel verklemmte Patrone oder Schlitten nicht vorne).
Drill 1: Wenn ein Schuss nicht abgefeuert werden kann, dann nochmals von unten auf das Magazin schlagen (tap), eine Ladebewegung ausführen (rack) und weiter schiessen.
Drill 2: Wenn Schlitten nicht vorne, von hinten auf den Schlitten schlagen und weiter schiessen.
Drill 3: Wenn das nicht klappt oder eine Patrone/Hülse verklemmt, Schlitten hinten arretieren, Magazin rausnehmen (pull), Waffe mit Auswurföffnung nach unten richten (ohne Mündung vom Ziel nehmen), zwei Ladebewegungen ausführen (rack, rack), Waffe wieder umdrehen, neues Magazin einsetzen (load), eine Ladebewegung ausführen (rack) und weiterschiessen. Dies kann man üben, indem man beim Schiessen eine (oder mehrere) leere Hülsen oder Manipulationspatronen unter die normalen Patronen im Magazin mischt (am besten macht dies eine andere Person).

Andrere Drills

Drill 1: Schiessen mit beiden Augen offen (längeres entspanntes Zielen möglich).
Drill 2: Schiessen einhändig mit der dominanten Hand.
Drill 3: Schiessen einhändig mit der nicht-dominanten Hand.
Drill 4: Schiessen aus der knieenden Position, mit oder ohne Auflegen, ein -oder zweihändig.
Drill 5: Waffe vor der Brust (nah am Körper) auf Ziel ausrichten, erste Schussabgabe, Arme halb strecken, zweite Schussabgabe, Arme gestreckt, dritte Schussabgabe.
Drill 6: Mozambique (auf Combatscheibe) - 2 Bauch (schnelle Doublette), 1 Kopf (langsam gezielt). Varianten: mit Magazinwechsel, verschiedene Scheiben.
Drill 7: Bill - genau zielen, dann 5 oder 6 Schuss schnell hintereinander abgeben (center mass).
Drill 8: Waffe vor Brust (nah am Körper) halten, gleichzeitig in die Knie gehen und im 45° Winkel Waffe hochziehen bis Ziellinie etwa auf halbem Weg nach vorne ins Ziel zeigt, schnell und ruhig Arme durchstrecken und Schussabgabe wenn gestreckt. Bei jedem Schuss wiederholen.
Drill 9: Pistole Laden (eine Patrone in Lauf), Magazin rausnehmen, einmal schiessen, dann zweites Mal abdrücken (da keine Patrone nachgeladen wird, wird der zweite Schuss nicht angefeuert) und sehen, ob sich der Lauf beim Abziehen bewegt. Diesen Drill mindestens 3-5 mal nacheinander ausführen, Fokus und Konzentration behalten, auf ruhige Waffe beim Abziehen achten.
Drill 10: Reissverschluss - von unten mindestens 5 Kugeln in einem Korridor nach oben.
Drill 11: El Presidente - 3 Scheiben (Silhouette) in 10 m Abstand, 6 Schuss im ersten Magazin, Start mit Rücken zu Scheiben, je eine Doublette auf die 3 Scheiben, Magazinwechsel, nochmals je eine Doublette pro Scheibe.
Drill 12: Auf der Scheibe ein 5 cm breites Kreuz mit Klebeband anbringen, 10 Schuss auf das 5x5 cm Kreuz, 10 Schuss waagrecht, 10 Schuss senkrecht, 10 Schuss auf 5x5 cmd Kreuz.
Drill 13: Mit der Waffe eine liegende Acht auf die Scheibe auf 10 m Distanz malen, wenn Kommando/Piepton kommt, Schuss abgeben.
Drill 14: Mit der Waffe aus der Compressed-ready Position in die Schussposition gehen, Augen auf das Ziel gerichtet, sobald Arme gestreckt Schuss abgeben, dies 10 mal wiederholen, dann Augen schliessen und die Bewegung gleich wiederholen (mit Schuss).
Drill 15: Zwei Scheiben aufstellen mit Trennwand dazwischen, Doublette auf erste Scheibe, Positionswechsel zur zweiten Scheibe mit Magazinwechsel, Doublette auf die zweite Scheibe.

IPSC

International Practical Shooting Confederation = Dynamisches Schiessen mit Zertifizierung
Motto: DVC - Diligenta (Präzision und Genauigkeit), Vis (Leistung und Kraft), Celeritas (Geschwindigkeit)
Skill: Setting (Lernen und Trainieren der Fähigkeiten), Appliance (Anwenden der Fähigkeiten), Endurance (Ausdauer in den Fähigkeiten)
In erster Linie muss die Sicherheit trainiert werden, an zweiter Stelle folgt die Präzision und an letzter Stelle folgt die Geschwindigkeit
Divisionen: Open (Modifikationen erlaubt), Standard (Single Action), Production (keine Modifikationen), Revolver und Classic (1911)
Mindestanforderungen 9mm respektive 0.38 für Revolver
Powerfaktor: Die Geschwindigkeit des Geschosses (in feet per second) multipliziert mit dem Geschossgewicht (in grains) dividiert durch 1000
Mindestpowerfaktor für Minor: Production, Open, Standard, Classic and Revolver = 125, Rifle = 150, Shotgun = 480, für Major: Production = 125, Open = 160 und Standard, Classic und Revolver = 170, Rifle = 320, Shotgun = 480
T-Regel: Lauf der Waffe darf zur Schussrichtung in 180° bis auf Höhe Kugelfang zeigen
Sweeping (Sicherheitsverstoss): Waffe zeigt auf eigenen Körper
Ready Haltungen: High ready (verpönt und gefährlich, zwischen Brustbein und Stirn nach oben), Compressed ready (auf Höhe Brust mit gewinkelten Armen), Patrouille (schräg nach unten mit entspannten Armen), Low ready (nach unten mit gestreckten Armen)
Der Schütze bewegt sich um die Waffe, welche immer in eine sichere Richtung zeigt, Manipulationen immer auf Brusthöhe nahe am Körper (High Ready Position
Der Blick geht immer dorthin, wo die Action ist: aufs Ziel beim Schiessen, auf die Waffe beim Nachladen, auf die nächste Position beim Bewegen)
Beim Ziehen der Waffe aus dem Holster ist die freie Hand auf dem Bauch zu plazieren.
Beim Versorgen der Waffe ins Holster ist die freie Hand auf der Brust zu plazieren.
Security Officer (SO) hat die Aufsicht, der Range Master (RM) leitet den Parcours
Ausserhalb der Feuerzone ist jede Waffe immer ungeladen im Holster (ohne Magazin) zu tragen
Ausser bei Safe Action Pistolen sind die ungeladenen Waffen entweder gesichert oder entspannt
Auf der Feuerlinie darf die Waffe nur auf Anordnung des SO oder des RM geladen werden
Das Manipulieren mit Waffen ausserhalb der Feuerzone ist verboten
Es darf nur in der klar definierten Sicherheits- -oder Fummelzone (Safety/Security Zone) mit der Waffe ohne Munition manipuliert werden
Stage = Parcours mit Schiessübungen (vorgängig 3 Minuten Zeit sich einen Ablauf einzuprägen)
Einen Stage ablaufen, sich dabei einen Plan machen (Positionen, Nachladen) und von diesem nicht mehr abweichen
Nachladen von Magazinen immer gleich nach dem Stage
Erster Schuss ist normalerweise Double Action (entspannter Zustand), zweiter dann Single Action
Waffe darf vorgespannt werden, wenn keine gegenteiligen Anweisungen gegeben werden
Press = Zeigefinger bis zum Druckpunkt führen, bevor ein Schuss bricht (90%)
Prep = Sanft langsam und gleichmässig drücken bis Schuss sich löst
Reset = Zeigefinger lösen bis kurz vor Druckpunkt, bereit zum nächsten Schuss
Doubletten = Wenn die Waffe nach dem ersten Schuss hochgeht, Reset des Abzuges einleiten und wenn Visierung wieder auf dem Ziel ist zweiten Schuss auslösen
Einhändig schiessen = Fuss der Schusshand etwas nach vorne (eine Fusslänge), freie Hand/Faust an Brust nehmen (aber nicht zur Schulter), Rücken anspannen, Arm leicht nach innen kippen lassen (Waffe leicht schräg halten)
Positionen: Stehend, liegend gerade, liegend rechts/links (rechtwinklig zur Schussbahn liegen, Waffe ebenfalls rechtwinklig, Kimme/Korn parallel zum Boden, Beine auseinander), kniend hoch/tief, kniend rechts/links (Knie auf der zu knieenden Seite auf den Boden, anderes Bein ausstrecken, Oberkörper auf die Seite lehnen, Waffe leicht schräg halten)
Fine Aim/Sighting = Beidhändiges Schiessen mit sorgfältigem Zielen über Kimme und Korn
Fast Aim/Rough Sighting = Auf 2-3 Meter schnelles Zielen mit Lauf (solange Breite des Laufs nicht Zielbereich überschreitet)
Manipulationen der Waffe immer im Dreieck zwischen Brustbein/Schultern und Kinn
Die Mündung der Waffe ist immer mit einem imaginären Faden mit dem Kugelfang verbunden
Bewegen mit der Waffe (für Rechtshänder, Linkshänder umgekehrt): Waffe zeigt immer auf Kugelfang, vorwärts Richtung Kugelfang halten beim Rennen, erster Schritt zur Seite wegen Beschleunigung, für zurück rennen umdrehen (nach links: Waffe nach hinten unten halten, nach rechts: Waffe über Schulter neben Kopf halten), für rechts rennen Waffe vor der Stirn Richtung Kugelfang halten, für links rennen Waffe leicht nach vorne seitlich zum Kugelfang halten
Schiessen aus der Bewegung: nur unterhalb Hüfte bewegen und Oberkörper ruhig lassen, vorwärts (Füsse abrollen, in die Knie gehen, Knie zusammen halten), rückwärts (Moonwalk: Füsse auf dem Boden schleifen lassen (Unebenheiten/Hindernisse), kleine Schritte, Vorlage des Körpers), seitwärts (immer äusseren Fuss zur Gehrichtung vor den anderen setzen und Fuss seitwärts abrollen)

IPSC Trefferwertung

Wertung Stagefaktor = Totalisierte Trefferpunkte geteilt durch die Zeit
Ziele
(Zielscheiben: Classic, Metric, Popper/Plate, Penalty (auch weisse Seite Classic))
Immer zwei Schuss pro Classic Target Scheibe (Doubletten), Popper/Plates ein Schuss, NIE auf Penalty
2 Ideales Zielbild auf Classic Scheibe (Kimme und Korn sowie Zielscheibe)
Zielbild
Treffer A(lpha) = Minor 5 und Major 5
Treffer C(harlie) = Minor 3 und Major 4
Treffer D(elta) = Minor 1 und Major 2
Miss (Mike) = Fehlen eines Schusses auf der Scheibe = -10 Punkte
Procedure = Ablauffehler (Nicht einhalten einer Vorgabe) = -10 Punkte
Penalty = Beschiessen eines Penaltytargets (Strafziel) = -10 Punkte
DQ = Disqualified (Sicherheitsverstoss)

IPSC Kommandos

Load and make ready = Laden und bereit machen
Make ready = bereit machen
Are you ready? = Bist Du bereit?
Standby = Achtung
Beep = Start
Stop = Stop (Feuer einstellen, stehen bleiben, auf Anweisungen warten)
If you are ready, unload and show clear = Wenn Du fertig bist, entladen und leer zeigen
If clear, hammer down and holster = Falls leer, abschlagen und holstern
Range is clear = Schiessanlage ist sicher
Hot range = geladen geholstert, Arme verschränkt und so bleiben!
Relax = Entspannen
Holster = Holstern
Reload = Nachladen
Check your gun = Waffe überprüfen (durch Zurückziehen des Schlittens Kontrolle ob Patrone im Lauf, Magazin rausnehmen und Ladestand kontrollieren)

Taktisches Schiessen

Ausrüstung (Szenario-basiert): Hörschutz mit Mikrophon, Augenschutz, Kehlkopfmikrophon, Schutzweste (Schutzlevel beachten), Holster (Sicherung, Höhe), Drop Bags, Handschuhe, Messer, Lampe, Waffe, Knieschutz (weich macht weniger Lärm), Ellbogenschutz, stabile Schuhe, Erste Hilfe Kit, Survival Kit, ...
Waffe tragen: offen (sichtbares Holster), verdeckt (Achselhöhle, Fussgelenk, unsichtbares Holster), eine Jacke offen tragen, die Jacke wegschlagen beim Ziehen (Gewicht in der Tasche auf Waffenseite), Waffenträger kontrollieren manchmal ob die Waffe noch da ist
Deckung: Sichtschutz oder Schussdeckung (Sand, Motorblock, Bremsscheiben, Beton), wenn keine Deckung bewegen und schiessen
Ballistik: innere Ballistik (Waffe), äussere Ballistik (Weg ins Ziel), Ziel-Ballistik (Wirkung im Ziel, Doublette vervierfacht Wirkung im Vergleich mit einzelner Kugel, Geschossgewicht und Geschossgeschwindigkeit bestimmen Wirkung)
Mindset: Hände töten also immer die Hände beobachten (Bewegung kann an Ellbogen/Schulter entdeckt werden), keine Deckung = schiessen und/oder rennen, immer Deckungswert beachten, nur der jetzige Schuss zählt nicht der vorherige und nicht der nächstfolgende, kenne deine Fähigkeiten und Ballistik, der Agressivere mit dem besseren Plan gewinnt, der gefährlichste Gegner heisst Zufall, ein abgegebener Schuss kann nicht mehr zurückgeholt werden
Lösungschema: Problemerfassung, Beurteilung der Lage, Entschlussfassung, Planentwicklung, Befehlsgebung
Ready Haltungen: High ready (zwischen Brustbein und Stirn), Compressed ready (auf Höhe Brust mit gewinkelten Armen), Sul (vor Brust abwärts, freie Hand unter Pistole) oder Protected Sul (vor Brust abwärts, freie Hand beschützt Waffe, Vorsicht Sweeping), Low ready (nach unten mit gestreckten Armen)
Ziel: Verletzung Nervensystem unterbricht Befehle vom Gehirn, Verletzung Herz/Kreislauf unterbricht Körperfunktion, switch = ausschalten: Hirnstamm oder Herz, trigger = kampfunfähig machen: Hüfte, Bauch, Schulter, Beine, Arme
Reload: Combat (so schnell wie möglich leeres Magazin ersetzen) oder Tactical (nachladen wenn Zeit dazu ist)
Medizinische Selbstcheck: Fast (Daumen zu Daumen, Fuss zu Fuss, Innenseiten abstreichen, nach Blut Ausschau halten) oder Thorough (Gesicht, Hals, Hände, Arme, Front, Back, Leiste, Beine Füsse, immer einzeln, danach immer Hände auf Blut prüfen, immer unter Jacke oder Schutzweste), Hilfe an andere erst wenn man selbst ok ist
F.A.S.T.T.T.T. Konzept: Fight (Kämpfe mit allen Mitteln um zu gewinnen), Assess (Wirkungskontrolle, Waffe leicht nach unten vom Ziel nehmen), Scan (Weitere Gefahren, Schulterblick links und rechts), Take Cover (in Deckung gehen oder diese wechseln), Top Off Weapon (Waffenkontrolle, Nachladen), Treat Injuries (Verletzungen), Talk (Kommunikation)
Taktisches Bewegen: Sweeping (Lauf in Richtung möglicher Ziele halten), Sneak and Peak (kurz oben um die Ecke schauen, dann unten auftauchen und sofort schiessen), Slice the pie (um die Ecke rantasten, linkes Bein vorne wenn nach links, rechtes Bein vorne wenn nach rechts, kniend begrenzt durch äusseres Knie), Snapshot (aus Deckung hochkommen, einen Schuss abgeben, Deckung wechseln), Befreiungsschüsse (Gegner ist nahe, Schlag mit Waffenhand ins Gesicht, Ziehen der Waffe, schräg neben Hüfte gehalten zwei Schüsse abgeben, Achtung Sweeping, auf Distanz gehen und gezielt weiter schiessen), Fatal Funnel vermeiden (immer seiten sichern und schnell bewegen)
Licht: Low Light (Waffenlicht fix, Lampe mit freier Hand auf Schulterhöhe halten, Lampe mit freier Hand unter Waffenhand halten (Faust aufstellen, Waffe daran pressen), Licht nur für Schiessen, danach löschen und schneller Stellungswechsel, Angreifer mit Licht blenden, Licht aus und schneller Stellungswechsel)
Team: Schusswinkel beachten (auf 45° eingeschränkt), immer die hinteren Teammitglieder bewegen sich seitwärts wenn nötig, Kommunikation ist unabdingbar (Funk, Handzeichen)
Wichtig: Bei viel Action entsteht ein Tunnelblick, wo die betroffene Person nichts um sich mehr wahrnimmt

5 Gefahrencodes (John Dean Cooper, US Marines)

Weiss: entspannter Zustand (zuhause)
Gelb: entspannte Aufmerksamkeit (unterwegs)
Orange: unspezifischer Alarm (verdächtige Person, Szenarien durchspielen)
Rot: potentiell tödliche Gefahr (Vorbereitung Abwehrmassnahmen)
Schwarz: tödlicher Angriff unterwegs (Blitzabwehr mit aller Härte)

Deut/(Combat)-Schiessen

Wird zur Selbstverteidigung eingesetzt: Während des Ziehens der Waffe in die Hocke gehen (Verkleinerung des Ziels für den Angreifer). Verteidiger reduziert mit Abwärtsbewegung den Weg der waffenführenden Hand vom Holster zur Augenhöhe um die Hälfte. Waffe und Augen treffen sich auf halben Weg, das Zielen erfolgt nicht über Kimme und Korn, sondern man zielt mit beiden ausgestreckten Armen. Während der waffenführende Arm nach vorn schnellt, kommt ihm die zweite Hand zur Hilfe, sie ergreift die Waffe stabilisierend von der anderen Seite. So entstehen drei Linien (die der Augen und die des Laufs), welche sich im Ziel treffen, dort sollte der Schuss sitzen. Diesen Ablauf als Drill üben, bis er sitzt, funktioniert mit Revolver am schnellsten (ohne Ladebewegung oder entsichern).

Tipps

Auf Windschutzscheibe von oben etwas höher zielen.
Ins Wasser etwas tiefer zielen, als wie man ein Ziel sieht.
Wenn das Ziel sich bewegt, den Zielpunkt etwas vor das Ziel halten.
Wenn der Schütze sich bewegt, den Zielpunkt etwas hinter das Ziel halten.
Nie nur den Lauf einer Waffe ins Wasser halten, er wird explodieren!
Querschläger können sehr effektiv eingesetzt werden.
Unter Beschuss: zischende Kugeln heisst ungefährlich, pfeifende bedeutet gefährlich nahe.

Scharfschütze/(Sniper)

Scharfschützen (Sniper) schiessen auf weite Distanzen, teils auf über 1 Kilometer. Aber schon ab 600m Distanz kommen viele zusätzliche Faktoren ins Spiel, dabei müssen Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Windstärke und Windrichtung(en) sowie auch die Erdkrümmung und Erdanziehung beachtet werden. Wichtig: Das Zweibein des Gewehres nach vorne drücken, das Gewehr mit der Haltehand am Kolben fest an die Schulter ziehen, dabei die Backe als Stabilisierung auf den Kolben legen. Wenn möglich den Kolben auf Muskeln legen (falls vorhanden) und nicht auf das Schlüsselbein oder den Schulterknochen. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Schatten im Zielfernrohr sichtbar ist, und die Atmung darf das Fadenkreuz im Zielfernrohr nur senkrecht auf und ab bewegen. Tief durchatmen, dann nach halbem Ausatmen innehalten, 2 Sekunden einen tiefen Ton summen, das Fadenkreuz muss dabei ruhig bleiben, sonst die Atemsequenz neu starten. Wenn alles stimmt, ganz sanft den Druckpunkt suchen und den Schuss mit der Zeigefingerspitze sanft auslösen.

Zielfernrohr

Zielfernrohre referenzieren die Distanz eines Klicks (Einstellungsraster) in Bogensekunden/Winkelsekunden, normalerweise ist die Referenz auf dem Zielfernrohr selbst zu finden (normalerweise 0.25=1/4 oder 0.125=1/8 moa). An den horizontalen/waagrechten Schrauben wird die Höhe (hoch/tief) einstellt, an den vertikalen/senkrechten Schrauben der Winkel (links/rechts). Die Berechung von Klicks ist wie folgt:
1 MOA = je Klick 2,91cm je auf 100m oder 29.1cm auf 1000m
1/2 MOA = je Klick 1,45cm auf 100m oder 14.5cm auf 1000m
1/4 MOA = je Klick 0,73cm auf 100m oder 7.3cm auf 1000m
1/8 MOA = je Klick 0,36cm auf 100m oder 3.6cm auf 1000m

SIG SPC2022

SIG SPC2022
SIG Sauer

Dokumente

Einführung Pistole
Waffenrecht CH
SIG SP 2022

Links

Hier eine Liste von interessanten Online-Ressourcen:

Waffengesetz
Kaliber-Übersicht
ePolice Waffenerwerb
Fedpol Waffen
Better Shooting (IPSC)
IPSC.ch
CH Handgun Rules 2017
Strafregisterauszug
Finger weg vom Schweizer Waffenrecht
ProTell
Swiss ITA
Pistol Ready Positions
Pistolet 9 mm 75 (f)

Shops

Lagardere
Waffen Ingold
Poyer
Tacstore
Polizeibedarf
Taktikgear
KTC Design
AATS
Laser Ammo
BT AG
Scheiben
Gunworld

Schiessanlagen

Brünig Indoor
Schiesskeller Schwanden